Aus der Tartarei

Ilia Ryvkin

Aus der Tartarei

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Dieser Artikel erscheint am 13. November 2026

  • 978-3-948145-45-3
  • 224 Seiten, gebunden, Halbleinen, mit Lesebändchen
  • Dieses Buch erscheint am 13. November 2026.

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Zwischen Krieg und Kultur: Eine Reise durch das andere Osteuropa Dramaturg und Journalist... mehr

Zwischen Krieg und Kultur: Eine Reise durch das andere Osteuropa

Dramaturg und Journalist Ilia Ryvkin ist zurück – zurück in Osteuropa. So sehr es in unserer »westlichen« Wahrnehmung immer weiter in die Ferne rückt, uns von Politik und Medien gar als eine Art Gegenwelt zu unserer eigenen präsentiert wird, so hautnah hat der Autor Länder und Leute erlebt. Sein Umherschweifen führt ihn nach Sankt Petersburg, Jekaterinburg, Armenien und Georgien, tief hinein in die umkämpften Gebiete des Donbass – und natürlich auch nach Moskau. Allerdings nicht in den Kreml, sondern in untergründige Buchhandlungen, in denen sich die vielfältigen Gruppen der rechtsalternativen russischen Jugendszene zum »Fiume-Slam« versammeln.

Und über allem stets der Hauch der Gefahr: Slawjansk, Donezk, Gorlowka, Mariupol werden von bloßen Namen und unwirklichen Bildern zu besuchten, erlebten und beschriebenen Orten in des Autors und des Lesers Welt. Und der Tod kommt nicht nur im offenen Krieg: Bombenanschläge auf Blogger und tragische Fensterstürze nonkonformer Publizisten sorgten in Moskau schon lange vor den ersten Drohneneinschlägen auch bei verschwiegenen Hinterhofveranstaltungen für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Und wo das Ende immer irgendwo nah ist, erhält alles Handeln und Schaffen eine bittersüße Note der Vergeblichkeit. D’Annunzio, Marinetti, Limonow sind die großen Namen der radikalen Geschichte, an deren Vorbild Ryvkin die heutigen Verwerfungen misst.

Ilia Ryvkin bekennt sich freimütig zu seinem russischen Erbe, doch ist alles andere als ein Claqueur oder Propagandist. Seine kaleidoskopischen Beschreibungen und Erzählungen von Menschen und ihren Heimaten zeichnen Momentaufnahmen aus dem Alltag mit ebenso kühnem Schwung nach wie die großen Bögen von Geschichte, Politik und Kultur. Es ist seine Perspektive der Mittellage zwischen West und Ost, zwischen Authentizität und Ästhetizismus, die der Tragik Europas in unseren heutigen Zeiten einzig angemessen ist. Und sie zeigt einmal mehr: Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich allemal.

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