Eurofaschismus und bürgerliche Dekadenz

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  • 978-3-941247-26-0
  • 158 Seiten, broschiert, Kieler Ideengeschichtliche Studien (Band 5)
  • Regin-Verlag, 2011

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Pierre Drieu la Rochelle schied im März 1945 durch Freitod aus dem Leben. Fluchtofferten ins... mehr
Produktinformationen "Eurofaschismus und bürgerliche Dekadenz"

Pierre Drieu la Rochelle schied im März 1945 durch Freitod aus dem Leben. Fluchtofferten ins Ausland lehnte der französische Intellektuelle, der im Zweiten Weltkrieg mit der deutschen Besatzungsmacht kollaboriert hatte, kategorisch ab. »Man muß Verantwortung auf sich nehmen«, schrieb er kurz vor dem Suizid in seinem Geheimen Bericht.

Drieu la Rochelle war nicht nur Romancier von Weltrang, er galt auch vielen Zeitgenossen als Ausnahmeintellektueller. In seinen Romanen kritisierte Drieu die Dekadenz des von ihm so verachteten Bürgertums. Parallel zum Reifungsprozess seiner Romanprotagonisten entwickelte sich auch Drieu zum Befürworter der »Tat«, der »direkten Aktion« ... zum Faschisten.

Die Kollaboration Drieus mit der deutschen Besatzungsmacht in Frankreich war zuvorderst keine Kapitulation vor dem Feinde, sondern vielmehr der verzweifelte Versuch, eine ideologische dritte Front gegen Kapitalismus und Marxismus zu schmieden. Der wahre Feind sei nicht der boche, der »Deutsche«, sondern der bourgeois, der »Bürger«. Gegen die Dekadenz könne, so glaubte Drieu, nur gemeinsam vorgegangen werden: einzig ein im Faschismus geeintes Europa fern von Kleinstaaterei und Völkerhaß habe die Kraft, sich innerem Verfall und äußerer Feinde zu erwehren und genuin europäisch zu bleiben.

Die vorliegende Studie erkennt in Drieu la Rochelle einen modernen europäischen Idealisten, der den Nationalismus früh hinter sich gelassen hatte und letztlich aufgrund des inhärenten Chauvinismus des NS-Regimes jede Hoffnung verlor. Der Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser bettet den französischen Intellektuellen und sein Werk zudem in den historischen und ideengeschichtlichen Kontext der diversen europäischen Faschismen ein. Im Anhang findet sich ein Auszug aus Drieu la Rochelles Geheimen Bericht, der sein politisches Testament darstellt und das Handeln des Denkers nicht entschuldigen will, sondern es in einem letzten Akt bekräftigt.

Mit einem Vorwort von Günter Maschke.

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